Mike Schaller wollte
aussehen wie Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone. Dafür
trainierte er viermal die Woche im Fitnessstudio. Er wollte möglichst schnell
größer, breiter und stärker als die anderen werden. Doch da dies nicht so
einfach mit Spinat wie bei Popeye geht, schaute er sich nach einem anderen
Wundermittel um. Kurz darauf entdeckte er Anabolika im Internet. Mit einer
Kreditkarte ließ es sich einfach aus Zypern bestellen. So schnell wie man es
sich dort beschaffen kann, wirkt es auch. Stolz präsentierte er kurz darauf
seine neuen Muskelberge auf seinem Facebookprofil. Dort erhielt er viele
anerkennende Worte. „Mike du bist hübsch“, steht unter einem seiner Bilder, auf
dem er sich mit Sixpack zeigt.

Zwischen diesen beiden Profilbildern von Mike liegt ein halbes Jahr. Es ist deutlich zu sehen, wie sehr sich sein Körper nach der Einnahme von Anabolika verändert hat.
Sowie Mike geht es vielen Jugendlichen. Sie
sind noch leicht zu beeinflussen und orientieren sich an retuschierten Bildern
ihrer Stars. Laut einer Studie "Doping im Fitnessstudio" von Dr. Kläber wird der
Anteil der Fitnessstudio-Mitglieder, die bereits Doping konsumiert haben auf
20% geschätzt und 9% der Schüler aus den Jahrgangsstufen 9-11 haben bereits
Dopingerfahrung! Trotz dieser alarmierenden Zahlen findet noch nahezu keine
Prävention für Jugendliche statt. Stattdessen bewerben Stars die illegalen
Mittel sogar noch. So meinte Sylvester
Stallone, nachdem er mit 48 Ampullen eines Steroids am Flughafen in Sydney
erwischt wurde: „Ich nehme das seit Jahren - es ist nicht gefährlich.“
Über solche Aussagen kann
der Arzt Luitpold Kistler nur den Kopf schütteln. Er untersuchte in einer
umfangreichen Studie die Nebenwirkungen und
Todesursachen bei Anabolikamissbrauch. Mit erschreckenden Ergebnissen. In einem Spiegel-Online-Interview spricht
er von lebensbedrohlichen Problemen mit dem Herz-Kreislauf und Organsystem.
Neben diesen treten aber noch etliche weitere kleinere Nebenwirkungen auf. So können viele Männer keine Spermien mehr produzieren und Frauen wachsen immer mehr Körperhaare.
Neben diesen treten aber noch etliche weitere kleinere Nebenwirkungen auf. So können viele Männer keine Spermien mehr produzieren und Frauen wachsen immer mehr Körperhaare.
Trotz
dieser negativen Begleiterscheinungen hören viele nicht damit auf, die Droge zu konsumieren. Es
entwickelt sich eine psychische Abhängigkeit, da man in kurzer Zeit erheblich
größere Muskeln aufbaut und dafür viele Komplimente bekommt. Auf diese konnte
wohl auch Mike Schaller nicht mehr verzichten. Trotz eines erhöhten Blutdrucks
und den Warnungen seiner Mutter, spritzte er es sich weiter. So kam es, dass er
nicht mal zwei Monate nach der Veröffentlichung seines Muskelbildes tot, mit
Anabolika-Präparaten neben sich, im Bett gefunden wurde
Hier ein sehr sehenswerter Beitrag von Spiegel TV zu dem Thema Anabolika:

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