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Montag, 3. November 2014

Anabolika: Die tödliche Modedroge

 Mike Schaller wollte aussehen wie Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone.  Dafür trainierte er viermal die Woche im Fitnessstudio. Er wollte möglichst schnell größer, breiter und stärker als die anderen werden. Doch da dies nicht so einfach mit Spinat wie bei Popeye geht, schaute er sich nach einem anderen Wundermittel um. Kurz darauf entdeckte er Anabolika im Internet. Mit einer Kreditkarte ließ es sich einfach aus Zypern bestellen. So schnell wie man es sich dort beschaffen kann, wirkt es auch. Stolz präsentierte er kurz darauf seine neuen Muskelberge auf seinem Facebookprofil. Dort erhielt er viele anerkennende Worte. „Mike du bist hübsch“, steht unter einem seiner Bilder, auf dem er sich mit Sixpack zeigt.




Zwischen diesen beiden Profilbildern von Mike liegt ein halbes Jahr. Es ist deutlich zu sehen, wie sehr sich sein Körper nach der Einnahme von Anabolika verändert hat.





Sowie Mike geht es vielen Jugendlichen. Sie sind noch leicht zu beeinflussen und orientieren sich an retuschierten Bildern ihrer Stars. Laut einer Studie "Doping im Fitnessstudio" von Dr. Kläber wird der Anteil der Fitnessstudio-Mitglieder, die bereits Doping konsumiert haben auf 20% geschätzt und 9% der Schüler aus den Jahrgangsstufen 9-11 haben bereits Dopingerfahrung! Trotz dieser alarmierenden Zahlen findet noch nahezu keine Prävention für Jugendliche statt. Stattdessen bewerben Stars die illegalen Mittel sogar noch. So meinte Sylvester Stallone, nachdem er mit 48 Ampullen eines Steroids am Flughafen in Sydney erwischt wurde: „Ich nehme das seit Jahren - es ist nicht gefährlich.“

Über solche Aussagen kann der Arzt Luitpold Kistler nur den Kopf schütteln. Er untersuchte in einer umfangreichen Studie die Nebenwirkungen und Todesursachen bei Anabolikamissbrauch. Mit erschreckenden Ergebnissen. In einem Spiegel-Online-Interview spricht er von lebensbedrohlichen Problemen mit dem Herz-Kreislauf und Organsystem.
Neben diesen treten aber noch etliche weitere kleinere Nebenwirkungen auf. So können viele Männer keine Spermien mehr produzieren und Frauen wachsen immer mehr Körperhaare.

Trotz dieser negativen Begleiterscheinungen hören viele nicht damit auf, die Droge zu konsumieren. Es entwickelt sich eine psychische Abhängigkeit, da man in kurzer Zeit erheblich größere Muskeln aufbaut und dafür viele Komplimente bekommt. Auf diese konnte wohl auch Mike Schaller nicht mehr verzichten. Trotz eines erhöhten Blutdrucks und den Warnungen seiner Mutter, spritzte er es sich weiter. So kam es, dass er nicht mal zwei Monate nach der Veröffentlichung seines Muskelbildes tot, mit Anabolika-Präparaten neben sich, im Bett gefunden wurde

 Er starb an einem Herzinfarkt. Ein hoher Preis für einen kurzen Ruhm.



Hier ein sehr sehenswerter Beitrag von Spiegel TV zu dem Thema Anabolika:






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