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Sonntag, 21. Dezember 2014

Fitnessstudiovergleich Teil 2: Das Vereinscenter

Während ich gerade meine Sporttasche packe, klingelt es bereits mehrfach an der Tür. Ich schaue aus dem Fenster und sehe Yannik winkend neben seinem roten Polo stehen. „Auf geht´s zum Pumpen!“, ruft er mir zu. Er scheint motiviert zu sein, denn er ist ganze fünf Minuten zu früh. Das habe ich seit ich ihn kenne noch nie erlebt. Im Auto erzählt er mir, dass er seit unserem letzten Training fleißig meinen Blog gelesen hat und kommt mit einem Augenzwinkern zu der Feststellung, dass sein Bizeps bestimmt schon „ um ein bis zwei  Zentimeter gewachsen ist“.

Ein holländischer Innenarchitekt?

Heute im zweiten Teil schauen wir uns das Studio von dem Wilhelmshavener- Schwimm und Sportverein an, dies steht stellvertretend für die Kategorie des Vereinsstudios. Auf dem Weg zum Anmeldetresen fällt uns zuerst die gewöhnungsbedürftige Farbwahl auf. „Hier war wohl ein holländischer Innenarchitekt am Werke“, meint Yannik, während er die orangefarbenen Geräte im ebenfalls orangefarbenen Raum betrachtet. Vielleicht liegt die es aber auch nur daran, dass dies die Lieblingsfarbe von dem Trainer Siggi ist, der uns kurz darauf in einer knalligen orangenen Sporthose abholt. Er führt uns in die Umkleideräume und zeigt uns den Saunabereich und den sanitären Bereich. Es gibt genügend Schließschränke und es ist offensichtlich, wie viel Wert hier auf Sauberkeit gelegt wird. Deshalb entscheiden wir uns dafür,  den Hygiene- und Platzverhältnissen die volle Punktzahl zu geben.

Der Fitnessbereich ist in zwei Teile aufgeteilt. Auf der oberen Etage gibt es einen großen Kursraum für Aerobic und Zumba und eine Etage tiefer stehen die Trainingsgeräte.  Der Trainingsbereich ist geschätzt etwa ein Fünftel so groß wie das McFit. Akribisch weist uns Siggi in alle Geräte ein und auch das restliche Personal achtet darauf, ob wir alles richtig machen. Da der Raum nicht sehr groß ist, haben wir schnell alle Geräte durch. Uns fällt auf, dass manche davon mal wieder geölt werden könnten und Alternativen zu den Basisübungen fehlen.


Gemütliches Training mit Kaffeeklatsch

Viel los ist nicht, weshalb man direkt an jedes Gerät gehen kann. Außer uns trainiert nur eine Handvoll älterer Leute. Die scheinen es nicht mehr so eilig mit dem Muskelaufbau zu haben und setzen sich deshalb zwischendurch alle zusammen an den Tresen und trinken einen Kaffee. „Das Ganze hat hier hat eine nette Reiterstübchenatmosphäre, denn bis auf uns kennt hier jeder jeden“, stellt Yannik fest.  Nach unserem Workout werfen wir noch einen Blick in den Kursraum eine Etage höher. Das Angebot besteht aus Zumba und Aerobic, kostet jedoch extra. Wir schauen durch das Fenster und sehen, wie Siggi rund zwanzig Frauen, aus einer etwas höheren Altersklasse, zu motivierender Musik rhythmische Bewegungen vortanzt.

Kein Körperkult = Keine Torten

Da wir noch Muskelkater von dem Cybertraining haben, entscheiden wir uns dafür in die finnische Sauna zu gehen. Nach einem frischen Aufguss lehnt sich Yannik entspannt zurück und fängt schon mal mit einem kleinen Resümee an: „Ich denke, dass dies hier ein geeigneter Platz für Leute ist, die in Ruhe fernab von dem Körperkult trainieren wollen.“ Doch das Ganze hat natürlich auch einen negativen Aspekt, denn: „Hübsche Torten gibt’s hier natürlich leider keine“, fügt er lachend hinzu.

Zwischen unseren zwei Saunagängen bleibt uns auch noch ein wenig Zeit den Vertrag anzuschauen. Als Student zahlt man gerade einmal 22 Euro im Monat und kann zu zwei Zeitpunkten im Jahr kündigen. Das einzig negative an dem Preis sind die Extrakosten für Kurse.
Ausgeruht begeben wir uns dann wieder auf dem Heimweg. Nun werden wir uns über die Feiertage erst mal bei einer Weihnachtsgans entspannen und den „Muskeln beim Wachsen zu schauen“. Im neuen Jahr nehmen wir dann ein Wellnessstudio für euch unter die Lupe. Bis dahin schöne Feiertage und einen guten Rutsch.

Hier unsere Bewertung für das Vereinscenter:




Fitnessstudiovergleich Teil 1: Der Discounter

Yannik ist frustriert. Gerade wollte er noch seinen Lieblingssport Radfahren nachgehen. Nun sitzt er unter einer Wolldecke und mit einer Tasse Tee in der Hand auf dem Sofa. Und grummelt frustriert: „Die kalte Meeresbrise macht mich fertig. Nach wenigen Metern konnte ich kaum noch meine Finger bewegen und mein Gesicht kann ich immer noch nicht spüren.“ Weil Yannik aber gerne Sport macht, will er sich über die kalte Jahreszeit hinweg in einem Fitnessstudio fit zu halten. Da er nicht wusste, bei welchem er sich anmelden sollte, hat er mich um Rat gebeten. Zusammen haben wir uns drei verschiedene Typen von Studios angeschaut, die stellvertretend für eine Kategorie stehen: Den Discounter, das Vereinsstudio und den Wellnesstempel. Dabei besuchten wir jedes Studio zur gleichen Uhrzeit an einem Wochentag und bewerteten es in den Kategorien Vertrag, Personal,  Hygiene- und Platzverhältnisse, Geräte und Kursangebot und Wellness. Dieser Produktvergleich soll euch darauf aufmerksam machen, auf welche Dinge ihr bei der Wahl eures Studios achten solltet.

Ein LIDL als Mukkibude?

 „Das Ganze schaut ein bisschen aus wie ein LIDL, nur als Fitnessstudio“, meint Yannik, während er das blaugelbe Logo am Eingang beäugt. Das Fitnessstudio MCFit ist heute unser erstes Testobjekt. Mit einem Kampfpreis von 19,90 Euro hat sich die Fitnessstudiokette zur mitgliederstärksten in Europa entwickelt. Der Aufbau und die Geräte in den Studios gleichen sich überall.
Hinter dem Tresen im Eingangsbereich werden wir gleich vom Personal empfangen. Bei unserem Gespräch mit dem Trainer erfahren wir, dass bei McFit die Trainer extra geschult werden, sodass jeder in jedem Studio die Übungen gleich erklären kann. Eine fundierte Ausbildung zum Fitnesskaufmann benötigt man für den Job jedoch nicht. Uns wird mitgeteilt, dass wir gerne trainieren gehen können. Allerdings kann uns zu dieser Zeit kein Trainer einweisen, da es nachmittags zu voll ist. Danach werden wir reingelassen. An einem Touchscreen wird uns gezeigt, welche Trainingspläne wir nutzen können. Da der Trainer uns nicht nach Verletzungen oder speziellen Wünschen fragt, wählen wir einfach den Basisplan aus. „Nun kann´s losgehen“, sagt Yannik.
Die Männerkabine ist recht groß und bietet genügend Schließschränke. Obwohl viel los ist, ist es auch recht sauber. „Zumindest ordentlicher als bei uns zu Haus in der WG“, stellt Yannik fest, während er mit einem prüfenden Blick nach Dreck schaut. Die Hygiene- und Platzverhältnisse stimmen also, nun kann es mit dem Training beginnen. 

Viele Geräte, zu wenig Hanteln

Die Geräte zum Aufwärmen sind in einer Vielzahl vorhanden. Während ich auf das Laufband gehe, entscheidet sich Yannik lachend für den Stepper: „Der soll einen knackigen Po bringen, hat mir meine Freundin mal erzählt.“ Nach dem Anschwitzen geht es weiter. Im Studio sind die Geräte in die Kategorien Grün, Gelb und Rot geordnet. Wir beginnen mit den geführten Übungen für Anfänger im ersteren Bereich und stellen fest, dass es genügend zur Auswahl gibt. Danach arbeiten wir uns über den gelben bis in den roten Bereich, in dem sich die Freihantelecke befindet. Auf dem Weg dorthin sehen wir eine große Auswahl von Geräten. Darunter befinden sich auch innovative, wie die dualen Trainingsgeräte, die die Klitschkos entworfen haben.
Im roten Bereich ändert sich jedoch deutlich die Anzahl der Geräte und das Klientel. So stellt Yannik während des Wartens auf eine Hantelbank mit Blick auf die vielen Unterhemd tragende Leute erfreut fest, wie schön hier der „ interkulturelle Austausch“ gefördert wird.

Cybertraining und der Wunsch nach einer Eistonne

Zum Ende unseres Trainings besuchen wir noch einen der drei Cybertraining-Kursräume. Während auf einem großen Bildschirm ein gut gelaunter trainierter junger Mann die Übungen vormacht und motivierende Sätze zu uns spricht, versuchen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten mitzuhalten. Bei den Kursen bietet MCFit eine große Auswahl und es ist eine tolle Abwechslung zum Training. Das Problem beim Cybertraining ist jedoch, dass kein Trainer direkt dabei ist und so auf Dinge, wie zum Beispiel den falschen Bewegungsablauf, bei einer Übung hinweisen kann.
Nach unserem anstrengenden Training klagt Yannik wie ein ehemaliger Nationalspieler, dass er sich nun am liebsten erst mal „drei Tage in die Eistonne legen will“. Ein Wellnessbereich ist dafür jedoch nicht vorhanden, das einzige was es gibt sind Massageduschköpfe Allerdings ist der Preis im Vertrag nahezu unschlagbar. Für 19,90 kann man hier im Monat rund um die Uhr trainieren gehen.  Dabei muss man ein Jahr dabei bleiben. Wenn man jedoch zwischendurch einmal verreisen möchte oder aus anderen Gründen nicht zum Training kommen kann, ist es kein Problem den Vertrag für die Zeit stillzulegen.
Für Trainingserfahrene gut geeignet - für Wellnessliebhaber weniger


Als Fazit lässt sich sagen, dass der Discounter ein guter und günstiger Trainingsort für alle ist, die schon Trainingserfahrung haben, beziehungsweise beim Workout nicht auf die Hilfe von Trainern angewiesen sind. Außerdem ist es für Leute geeignet, die für sich ihr Training auf das wesentliche konzentrieren und nicht viel Schnickschnack wie Pulsmesser und Sauna drumrum benötigen.  Im nächsten Teil werden wir ein typisches Vereinsstudio für euch unter die Lupe nehmen!


Hier unsere Bewertung für den Discounter (5 mögliche Punkte pro Kategorie):







Sonntag, 7. Dezember 2014

Calesthenics - Mach deine Umgebung zur Muckibude!

Heute bin ich mal auf eure Hilfe angewiesen,denn ich möchte eine neue Form des Krafttrainings ausprobieren.  Habt ihr schon mal von Calisthenics gehört oder den Sport betrieben? Wenn ja, würde ich mich darüber freuen, wenn ihr eure Erfahrungen in Komentaren unter den Artikel posten würdet. Wenn nicht, könnt ihr den Artikel lesen, um mehr über diesen Sport zu erfahren.

Das Ergebnis der "1 Year Body Transformation"
Ich bin letztens auf einen Clip auf YouTube gestoßen. Am Anfang wird ein Brief vorgelesen, der mit den Worten „Dear Hard Work“ beginnt. Der Erzähler spricht davon, dass er früher immer Angst vor der harten Arbeit und dem Versagen hatte. Nebenbei sind Bilder von einem Jungen zu sehen, der vergeblich probiert seine nicht vorhandenen Muskeln zu zeigen. Danach beginnen Videos. Man sieht den gleichen Jungen auf Spielplätzen Klimmzüge üben, doch er schafft sie nur mithilfe einer Freundin. Man sieht ihn in der Küche einen Handstand versuchen, doch er kippt um und landet auf dem Boden. Es folgen weitere Videos. Wieder ist der Junge zu sehen, doch mit jedem Mal wirkt er stärker. Er trainiert in seinem Hausflur, im Wald und auf Parkplätzen. Der Erzähler spricht mittlerweile davon, dass ihn die harte Arbeit zu seiner neuen „niemals aufgeben Mentalität“ verholfen hat. Am Ende sieht man wieder Bilder. Es ist derselbe Junge zu sehen, nur ist aus ihm ein muskulöser Mann geworden.
Das Video ist eine kurze Dokumentation, in der ein Junge namens Shalion eindrucksvoll zeigt, wie sehr sich sein Körper im Laufe eines Jahres nur mit Eigengewichtstraining verändert hat.

Aus Brooklyn in die Schulen

Begonnen hat diese Art des Eigengewichtstrainings in den USA. Es entwickelte sich in armen Gegenden wie Harlem oder Brooklyn, wo die meisten Menschen kein Geld für das Fitnessstudio haben. Sie machten aus der Not eine Tugend und fingen an, draußen in den Parks zu trainieren. Schnell schlossen sich weitere an und 2003 entstanden die Bartendaz. Es war eine der ersten organisierten Gruppen und sie nannten ihren neuen Sport Calisthenics. Über YouTube präsentierten sie dann ihre Streetworkouts. Diese verbreiteten sich rasant und so kam es, dass manche Mitglieder der Szene wie zum Beispiel Hannibal, mit millionenfach angeklickten Videos zu Ikonen der Bewegung wurden. 
In ihrem Training sehen die Bartendaz aber auch noch viel mehr als nur Krafttraining. „Es ist Stress-Management“, sagt Hassan Yasin, einer der Gründer gegenüber dem CNN. Deshalb besuchen die Muskelberge in den USA mittlerweile Schulen und Gefängnisse. Und das sehr erfolgreich. So meint Elaine Lindsey, Schulleiterin der Brooklyn-High-School, gegenüber dem CNN, dass der spezielle Sportunterricht „ein Mittel ist, um die Schüler zu motivieren, zur Schule zu kommen.“

Der Trend erreicht Deutschland

Auch in Deutschland ist der Trend längst angekommen. In nahezu allen Großstädten gibt es Gruppen, die sich auf Spielplätzen und in Parks fit halten. So auch in Berlin. Die BarLiner haben sich im Dezember 2013 gegründet und trainieren seit dem fleißig bei Wind und Wetter, fünfmal die Woche und zweimal am Tag. Auch Alexander Heckmann ist oft dabei. 
Er studiert Sport in Berlin und hat sich bewusst dafür entschieden, das freie Training dem im Fitnessstudio vorzuziehen. „Bei dem Eigengewichtstraining ist eine hohe Funktionalität gegeben. Man nutzt die Muskeln dafür, wofür sie geschaffen wurden. Außerdem ist es gelenkschonender und das Gruppengefühl motiviert einen, dabei zu bleiben“, meint er. Die Leute um sie herum haben kein Problem damit, wenn sie den Spielplatz für ihre Kraftübungen nutzen. Im Gegenteil: „Manche Väter kommen sogar dazu und probieren aus, wie viele Klimmzüge sie noch schaffen“, berichtet er.

Zeigt mir eure Übungen


Auch ich möchte in meinem nächsten Teil von „Calisthenics - Mach deine Umgebung zur Muckibude!“  den Sport ausprobieren und euch ein Feedback dazu geben. Dafür brauche ich jedoch eure Hilfe! Macht ihr selber Bodyweight Training und könnt mir Übungen empfehlen? Zieht ihr euer Training auch bei diesem Wetter draußen in der Kälte durch oder kennt ihr gute Übungen, die man auch im Wohnzimmer machen kann? Lasst mir Bilder, Texte oder Videos zukommen und ich werde versuchen, aus dem Ganzen ein Workout zu erstellen. 

Hier das beschriebene Video aus der Einleitung zum anschauen: