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Sonntag, 21. Dezember 2014

Fitnessstudiovergleich Teil 1: Der Discounter

Yannik ist frustriert. Gerade wollte er noch seinen Lieblingssport Radfahren nachgehen. Nun sitzt er unter einer Wolldecke und mit einer Tasse Tee in der Hand auf dem Sofa. Und grummelt frustriert: „Die kalte Meeresbrise macht mich fertig. Nach wenigen Metern konnte ich kaum noch meine Finger bewegen und mein Gesicht kann ich immer noch nicht spüren.“ Weil Yannik aber gerne Sport macht, will er sich über die kalte Jahreszeit hinweg in einem Fitnessstudio fit zu halten. Da er nicht wusste, bei welchem er sich anmelden sollte, hat er mich um Rat gebeten. Zusammen haben wir uns drei verschiedene Typen von Studios angeschaut, die stellvertretend für eine Kategorie stehen: Den Discounter, das Vereinsstudio und den Wellnesstempel. Dabei besuchten wir jedes Studio zur gleichen Uhrzeit an einem Wochentag und bewerteten es in den Kategorien Vertrag, Personal,  Hygiene- und Platzverhältnisse, Geräte und Kursangebot und Wellness. Dieser Produktvergleich soll euch darauf aufmerksam machen, auf welche Dinge ihr bei der Wahl eures Studios achten solltet.

Ein LIDL als Mukkibude?

 „Das Ganze schaut ein bisschen aus wie ein LIDL, nur als Fitnessstudio“, meint Yannik, während er das blaugelbe Logo am Eingang beäugt. Das Fitnessstudio MCFit ist heute unser erstes Testobjekt. Mit einem Kampfpreis von 19,90 Euro hat sich die Fitnessstudiokette zur mitgliederstärksten in Europa entwickelt. Der Aufbau und die Geräte in den Studios gleichen sich überall.
Hinter dem Tresen im Eingangsbereich werden wir gleich vom Personal empfangen. Bei unserem Gespräch mit dem Trainer erfahren wir, dass bei McFit die Trainer extra geschult werden, sodass jeder in jedem Studio die Übungen gleich erklären kann. Eine fundierte Ausbildung zum Fitnesskaufmann benötigt man für den Job jedoch nicht. Uns wird mitgeteilt, dass wir gerne trainieren gehen können. Allerdings kann uns zu dieser Zeit kein Trainer einweisen, da es nachmittags zu voll ist. Danach werden wir reingelassen. An einem Touchscreen wird uns gezeigt, welche Trainingspläne wir nutzen können. Da der Trainer uns nicht nach Verletzungen oder speziellen Wünschen fragt, wählen wir einfach den Basisplan aus. „Nun kann´s losgehen“, sagt Yannik.
Die Männerkabine ist recht groß und bietet genügend Schließschränke. Obwohl viel los ist, ist es auch recht sauber. „Zumindest ordentlicher als bei uns zu Haus in der WG“, stellt Yannik fest, während er mit einem prüfenden Blick nach Dreck schaut. Die Hygiene- und Platzverhältnisse stimmen also, nun kann es mit dem Training beginnen. 

Viele Geräte, zu wenig Hanteln

Die Geräte zum Aufwärmen sind in einer Vielzahl vorhanden. Während ich auf das Laufband gehe, entscheidet sich Yannik lachend für den Stepper: „Der soll einen knackigen Po bringen, hat mir meine Freundin mal erzählt.“ Nach dem Anschwitzen geht es weiter. Im Studio sind die Geräte in die Kategorien Grün, Gelb und Rot geordnet. Wir beginnen mit den geführten Übungen für Anfänger im ersteren Bereich und stellen fest, dass es genügend zur Auswahl gibt. Danach arbeiten wir uns über den gelben bis in den roten Bereich, in dem sich die Freihantelecke befindet. Auf dem Weg dorthin sehen wir eine große Auswahl von Geräten. Darunter befinden sich auch innovative, wie die dualen Trainingsgeräte, die die Klitschkos entworfen haben.
Im roten Bereich ändert sich jedoch deutlich die Anzahl der Geräte und das Klientel. So stellt Yannik während des Wartens auf eine Hantelbank mit Blick auf die vielen Unterhemd tragende Leute erfreut fest, wie schön hier der „ interkulturelle Austausch“ gefördert wird.

Cybertraining und der Wunsch nach einer Eistonne

Zum Ende unseres Trainings besuchen wir noch einen der drei Cybertraining-Kursräume. Während auf einem großen Bildschirm ein gut gelaunter trainierter junger Mann die Übungen vormacht und motivierende Sätze zu uns spricht, versuchen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten mitzuhalten. Bei den Kursen bietet MCFit eine große Auswahl und es ist eine tolle Abwechslung zum Training. Das Problem beim Cybertraining ist jedoch, dass kein Trainer direkt dabei ist und so auf Dinge, wie zum Beispiel den falschen Bewegungsablauf, bei einer Übung hinweisen kann.
Nach unserem anstrengenden Training klagt Yannik wie ein ehemaliger Nationalspieler, dass er sich nun am liebsten erst mal „drei Tage in die Eistonne legen will“. Ein Wellnessbereich ist dafür jedoch nicht vorhanden, das einzige was es gibt sind Massageduschköpfe Allerdings ist der Preis im Vertrag nahezu unschlagbar. Für 19,90 kann man hier im Monat rund um die Uhr trainieren gehen.  Dabei muss man ein Jahr dabei bleiben. Wenn man jedoch zwischendurch einmal verreisen möchte oder aus anderen Gründen nicht zum Training kommen kann, ist es kein Problem den Vertrag für die Zeit stillzulegen.
Für Trainingserfahrene gut geeignet - für Wellnessliebhaber weniger


Als Fazit lässt sich sagen, dass der Discounter ein guter und günstiger Trainingsort für alle ist, die schon Trainingserfahrung haben, beziehungsweise beim Workout nicht auf die Hilfe von Trainern angewiesen sind. Außerdem ist es für Leute geeignet, die für sich ihr Training auf das wesentliche konzentrieren und nicht viel Schnickschnack wie Pulsmesser und Sauna drumrum benötigen.  Im nächsten Teil werden wir ein typisches Vereinsstudio für euch unter die Lupe nehmen!


Hier unsere Bewertung für den Discounter (5 mögliche Punkte pro Kategorie):







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